Wissenswertes

Bauelemente-Lexikon – Fachbegriffe von A bis Z

Verstehen Sie alle Fachbegriffe rund um Fenster, Türen, Rollläden, Markisen und Sonnenschutz. Unser Glossar erklärt über 30 Begriffe klar und verständlich.

A

Aluminiumfenster

Fenster mit Rahmen aus Aluminiumprofilen. Sehr langlebig (40+ Jahre), wartungsarm, in vielen Farben erhältlich. Gut geeignet für moderne Architektur. Erfordert thermisch getrennte Profile zur Vermeidung von Wärmebrücken.

Aufsatzrollladen

Rollladen, dessen Kasten nachträglich auf einen bestehenden Fensterrahmen aufgesetzt wird. Vorteil: keine Eingriffe in die Bausubstanz nötig. Ideal zur Nachrüstung.

B

Beschlag

Sammelbezeichnung für alle beweglichen und festen Metallteile an Fenstern und Türen: Griffe, Scharniere, Schließbleche, Verriegelungen. Die Qualität des Beschlags bestimmt maßgeblich Bedienkomfort und Sicherheit.

Brüstung

Der Bereich der Außenwand unterhalb eines Fensters. Wichtig für die Anschlussplanung beim Fensterwechsel – Brüstungshöhe bestimmt die Unterkante des Fensterrahmens.

D

Dreifachverglasung

Glasaufbau aus drei Scheiben mit zwei gasgefüllten Zwischenscheibenbereichen (meistens Argon oder Krypton). Erreicht Ug-Werte von 0,5–0,7 W/(m²K). Standard in modernen Neubauten und Sanierungen.

Drehkipp-Fenster

Das meistverkaufte Fenstertyp in Deutschland. Lässt sich sowohl kippen (Lüften) als auch vollständig öffnen (Reinigen). Bedienung über einen einzigen Griff in drei Positionen.

E

Einbruchhemmend

Eigenschaft eines Bauelements, dem Aufbrechen durch Einbrecher für eine definierte Zeit zu widerstehen. Klassifiziert in Widerstandsklassen RC 1–6 (DIN EN 1627). Für Wohngebäude empfohlen: RC 2.

ESG (Einscheiben-Sicherheitsglas)

Thermisch vorgespanntes Glas, das bei Bruch in kleine, stumpfe Splitter zerfällt. Wird für Glasdächer, Balkongeländer, Duschkabinen und Terrassendächer eingesetzt.

F

Falzluft

Der Spalt zwischen Flügel- und Blendrahmen eines Fensters oder einer Tür. Die Dichtungen in der Falzluft sind für die Winddichtigkeit und Wärmedämmung entscheidend.

Führungsschiene

Vertikale Schiene an beiden Seiten eines Rollladens oder Zip-Screens, in der der Rollladenpanzer oder das Gewebe geführt wird. Sorgt für Winddichtigkeit und verhindert seitliches Ausheben.

G

g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad)

Gibt an, wie viel der auftreffenden Sonnenstrahlung als Wärme ins Gebäude gelangt. Wert zwischen 0 und 1. Hoher g-Wert (0,6+) = viel solare Wärme ins Gebäude (günstig im Winter, problematisch im Sommer).

Gelenkarmmarkise

Häufigster Markisentyp für Terrassen. Das Tuch wird durch zwei seitliche Gelenkarme ausgefahren und gespannt. Breiten bis 8 m möglich. Manuell mit Kurbel oder motorisiert erhältlich.

H

Haustür

Die Eingangstür eines Wohngebäudes, oft auch Außentür genannt. Wichtige Kenngrößen: U-Wert (Wärmedämmung), Widerstandsklasse (Einbruchschutz), Schallschutz und Winddichtigkeit.

Hohlkammerprofil

Kunstoffprofil für Fensterrahmen, das mehrere Hohlkammern enthält. Mehr Kammern = bessere Wärmedämmung. 6-Kammer-Profile mit Uw-Wert unter 1,0 W/(m²K) sind heute Standard.

K

Kippstellung

Öffnungsstellung eines Drehkipp-Fensters, bei der nur die Oberkante des Flügels nach innen kippt. Ermöglicht Lüften mit reduziertem Wärmeverlust. Dauerhaftes Kippen ist jedoch ineffizient – Stoßlüften ist vorzuziehen.

Kunststofffenster

Fenster mit Rahmen aus PVC (Polyvinylchlorid). Günstigste Option, wartungsarm, gute Dämmeigenschaften, in Weiß und vielen Dekorfarben erhältlich. Lebensdauer ca. 30–40 Jahre.

L

Lamelle

Horizontale Rippe oder Stab, der in Jalousien, Aluminium-Pergolen oder Rollladenpanzern verwendet wird. Bei Jalousien drehbar, um Licht und Sicht zu regulieren. Bei Lamellenpergolen motorisiert und wasserdicht drehbar.

Lichtbandfenster

Eine Reihe mehrerer nebeneinander montierter Fenster ohne tragende Stützen dazwischen. Schafft panoramaartige Lichtöffnungen und ist optisch sehr attraktiv, erfordert jedoch eine stabile Sturzkonstruktion.

M

Mehrfachverriegelung

Türverriegelung mit mehreren Riegelpunkten, die gleichzeitig mit einem Schlüsselumdrehen aktiviert werden. Standard bei RC-2-Türen. Erhöht die Sicherheit gegen Aufhebeln erheblich.

Montageschaum

Polyurethan-Schaum zur Abdichtung des Anschlusses zwischen Fensterrahmen und Mauerwerk. Wichtig: Für eine fachgerechte Montage nach RAL-Standard reicht Montageschaum allein nicht aus – zusätzliche Dampfbremsen und diffusionsoffene Bänder sind erforderlich.

P

Pergola

Freistehende oder an der Hauswand befestigte Überdachungskonstruktion aus Stahl, Aluminium oder Holz. Moderne Aluminium-Pergolen haben motorisierte Lamellen oder Glas-Schiebedächer und werden als wetterfester Außenwohnraum eingesetzt.

Pilzkopfverriegelung

Fensterbeschlag-Verriegelung, bei der pilzförmige Zapfen in entsprechende Aufnahmen am Blendrahmen greifen. Umlaufende Pilzkopfverriegelung bietet erheblichen Einbruchschutz (Basis für RC-2-Fenster).

R

Raffstore

Außenjalousie mit breiten Aluminiumlamellen, die in Führungsschienen geführt werden. Bietet stufenlose Lichtregulierung bei gleichzeitigem Sichtschutz und hohem Einbruchschutz-Potenzial. Häufig in modernem Fassadenbau eingesetzt.

RC-Klasse (Resistance Class)

Europäische Norm DIN EN 1627 für einbruchhemmende Bauelemente. RC 1: Schutz vor körperlicher Gewalt. RC 2: Schutz gegen Einbruchversuch mit einfachen Werkzeugen (empfohlen für Wohnhäuser). RC 3+: Schutz gegen erfahrene Täter mit elektrischen Werkzeugen.

Rollladen

Außenliegender Beschattungs- und Schutzrahmen aus Aluminium-Lamellen oder Kunststoff, der in einem Kasten oberhalb des Fensters aufgerollt wird. Bietet Sonnenschutz, Einbruchschutz, Wärmeschutz und Schallschutz in einem.

S

Senkrechtmarkise

Markisentyp, bei dem das Tuch senkrecht nach unten rollt. Ideal für Balkone und Loggien. Bietet Sonnenschutz und Sichtschutz. In Kombination mit Führungsschienen (Zip-System) auch windstabil.

Schallschutzklasse

Bewertung der Schalldämmung von Fenstern in dB (Dezibel), eingeteilt in Klassen 1–6 (DIN 4109). Klasse 2 (Rw ≥ 30 dB): normaler Wohnbereich. Klasse 3 (Rw ≥ 35 dB): mäßig belastete Straßen. Klasse 4–6: Hauptverkehrsstraßen und Flughafennähe.

U

Ug-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient der Glasscheibe (g = glass). Zweifachglas: ca. 1,0–1,4 W/(m²K). Dreifachglas: 0,5–0,7 W/(m²K). Je niedriger, desto besser die Dämmwirkung.

Uw-Wert

Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters (w = window), inklusive Rahmen und Verglasung. Für Neubauten fordert das GEG max. 0,95 W/(m²K). Moderne Fenster: 0,7–0,9 W/(m²K).

V

Vordach

Überdachung über dem Eingangsbereich eines Gebäudes. Schützt die Haustür vor Witterung, bietet Besuchern Regenschutz und wertet die Fassade optisch auf. Materialien: Aluminium, Glas, Edelstahl.

VSG (Verbundsicherheitsglas)

Zwei oder mehr Glasscheiben, die durch eine reißfeste Folie verbunden sind. Bei Bruch hält die Folie die Scherben zusammen. Pflicht für Überkopfverglasungen (Glasdächer, Vordächer). Bietet auch erhöhten Einbruchschutz.

W

Warmkantensystem

Randabstandhalter zwischen den Glasscheiben aus Kunststoff oder Verbundmaterial statt Aluminium. Reduziert die Wärmebrücke am Glasrand und verhindert Kondensation an der Scheibenkante. Erkennbar am weißen oder schwarzen Randverbund.

Wärmedurchgangskoeffizient

Kennwert (U-Wert) in W/(m²K), der beschreibt, wie viel Wärme pro Quadratmeter und Grad Temperaturdifferenz durch ein Bauteil fließt. Niedriger U-Wert = gute Dämmung.

Z

Zip-Screen

Außenrollo-System, bei dem das Gewebe in seitliche Führungsschienen eingezippt ist. Dadurch windstabiler und dichter als einfache Senkrechtmarkisen. Bietet Sonnenschutz, Sichtschutz und leichten Witterungsschutz.

Zweifachverglasung

Glasaufbau aus zwei Scheiben mit einem gasgefüllten Zwischenraum. Ug-Wert ca. 1,0–1,4 W/(m²K). War Standard bis ca. 2010, gilt heute als veraltet für Neubauten. Nachrüstung mit Dreifachglas bei Sanierung empfohlen.

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